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Spitze im Sägen

Aktualisiert am: 18.06.2009 15:21

Das Maschinenbauunternehmen Kasto GmbH ist der diesjährige Sieger des MuM-Award Best Practice Produzierendes Gewerbe. Mit ruhiger Hand haben Armin und Hans-Jürgen Stolzer das Familienunternehmen beim Sägen und Lagern von Metall an die Weltspitze geführt.


























Armin und Hans-Jürgen Stolzer sind ein eingespieltes Team. Die beiden Cousins stehen seit über 20 Jahren gemeinsam an der Spitze des badischen Maschinenbauers Kasto GmbH aus Achern und wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können und an einem Strang ziehen. Und das mit großem Erfolg. Das 1844 gegründete Familienunternehmen am Fuße des Schwarzwalds ist der weltweit führende Hersteller von hochwertigen Sägemaschinen sowie von Lagersystemen für Langgut und Blechlagerung. Das Produktportfolio umfasst Bügel-, Band- und Kreissägen von der einfachen Werkstattmaschine über leistungsstarke Produktionssägen bis hin zu Hochleistungssägeautomaten für die Großserienfertigung. Wir haben aus der Säge erst eine Werkzeugmaschine gemacht", sagt Armin Stolzer selbstbewusst.
Mit ruhiger Hand haben der 53-jährige Armin und der zwei Jahre ältere Hans-Jürgen Stolzer das Unternehmen bereits durch viele Höhen und Tiefen geführt. Zuletzt ging es steil bergauf: In den vergangenen vier Jahren stieg der Umsatz um das Zweieinhalbfache auf nunmehr 156 Millionen Euro.

Das war nur möglich, weil wir in den schwierigen Jahren zuvor einen grundlegenden Veränderungsprozess angestoßen haben", berichtet Hans-Jürgen Stolzer. Stück um Stück haben die Cousins damals das gesamte Unternehmen, das neben dem Stammsitz in Achern noch über ein Werk in Schalkau, Thüringen, sowie über Vertriebstöchter in den USA, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz verfügt, auf den Prüfstein gestellt, Stärken und Schwächen analysiert und daraus ihre Lehren gezogen. Am Ende stand keine Maschine mehr an ihrem ursprünglichen Ort", fasst Hans-Jürgen Stolzer das Ergebnis zusammen. Der Aufwand hat sich ausgezahlt. Dank der Optimierungsmaßnahmen gelang es Kasto, das enorme Wachstum mit fast gleichem Personalaufwand zu bewältigen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 670 Mitarbeiter. Wir haben zum Glück wenig Fett angesetzt. Das hilft uns, auch die kommenden Monate gut zu überstehen", so Armin Stolzer.
Die Wirtschaftskrise macht auch vor dem Familienbetrieb nicht Halt. Allerdings trifft es uns bis jetzt längst nicht so hart wie viele andere Unternehmen aus dem Maschinenbau", sagt Armin Stolzer. Dank eines hohen Auftragsbestands hat Kasto die ersten Monate des Jahres recht gut überstanden. Eine breite Kundenbasis aus so unterschiedlichen Branchen wie Stahl- und Aluminiumhandel, Maschinenbau und Metallverarbeitung verleiht Stabilität. Zudem hilft es, dass die beiden Standbeine des Unternehmens unterschiedlich stark betroffen sind. Den Auftrag für ein großes Lager können unsere Kunden nicht so mir nichts dir nichts einfach stornieren - selbst wenn sie es wollten. Dafür hängt für sie selbst einfach zu viel dran."

Eingespieltes Team

Armin Stolzer (links) kümmert sich bei Kasto vornehmlich um die Bereiche Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb sowie das Finanzwesen. Hans-Jürgen Stolzer ist für die Produktion, Logistik, EDV sowie das USA-Geschäft zuständig. Wichtige Entscheidungen treffen wir allerdings gemeinsam", erklären beide einstimmig. Aus diesen Gründen konnte Kasto Kurzarbeit bislang vermeiden auch wenn die Ge-schäftsführer diesen Schritt für die Zukunft nicht ausschließen wollen. Dank der hohen Qualifikation der Mitarbeiter - fast die Hälfte wurde im Unternehmen selbst ausgebildet - und der damit verbundenen Flexibilität ist es Hans-Jürgen Stolzer bislang gelungen, die anfallenden Aufgaben innerhalb des Unternehmens so geschickt zu steuern, dass er den Gang zum Arbeitsamt vermeiden konnte. Prognosen mögen die beiden Firmenlenker aber derzeit nicht abgeben: Wir fahren auf Sicht im Nebel", sagt Armin Stolzer.
Was nach dem Nebel kommt, davon haben Armin und Hans-Jürgen Stolzer allerdings bereits eine sehr klare Vorstellung. Die Zukunft von Kasto trägt den Namen Kasto Performance Cutting, kurz: KPC. Dahinter verbirgt sich eine neue Generation von Hochleistungssägen, die ein Vielfaches der Leistungskraft herkömmlicher Modelle aufweisen. Damit sägen wir den Wettbewerb erneut in Grund und Boden", gibt sich Armin Stolzer zuversichtlich.
Bereits in vollem Gange ist der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes, das Ende des Jahres bezogen werden soll. Rund 13 Millionen Euro investieren die beiden Unternehmer in den Bau, dessen Glasfassade künftig das Gesicht Kastos prägen wird und der neben Büros auch eine neue Kantine sowie einen großzügigen Vorführbereich umfasst. Hätten wir gewusst, was in diesem Jahr auf uns zukommt, hätten wir es möglichweise eine Nummer kleiner gemacht", sagt Armin Stolzer. Doch Anlass zur Sorge sieht er nicht. Das Unternehmen sei nach innen und außen so gut aufgestellt, dass es auch starken Stürmen standhalten könne.
Davon zeugt auch der erste Platz im Benchmarking-Wettbewerb, den Markt und Mittelstand mit dem MuM-Award Best Practice Produzierendes Gewerbe" auszeichnet. Kasto ist Wiederholungstäter: Bereits bei der ersten Teilnahme 1999 hatte sich das Unternehmen einen Platz auf dem Siegertreppchen gesichert. Benchmarking ist für uns eine ideale Möglichkeit, um zu überprüfen, wo wir wirklich stehen", sagt Armin Stolzer. Das Ergebnis ist eindeutig: In Sachen Unternehmensführung macht
den erfahrenen Mittelständlern so leicht keiner was vor.