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TRUMPF Seniorchef und Gesellschafter Berthold Leibinger verstorben


Ich sitze hier und trauer, möchte ein Paar eigene Worte schreiben über einen Menschen, den ich sehr verehrt habe; als Unternehmer mit einer unglaublichen Firmengeschichte, als Mäzen in so vielen Bereichen und als Mensch. Nur was? Wenn ich anfange, bleibe ich eine Stunde am schreiben, oder mehr. Immer wieder kommen mir die Tränen. Das wird vielen Menschen so gehen in diesen Stunden, denke ich; sehr Vielen. Er war so präsent. Aber genau das möchte ich schreiben: "Er lebt in uns weiter" sagt man immer. Das gilt sicher für jeden Menschen ein stückweit, aber im Besonderen für Professor Berthold Leibinger. Er wird in so vielen Dingen weiterleben. Vielleicht spendet das Trost. Ich nehme tief betroffen Anteil.

Hier nun die Mitteilung der Firma Trumpf vom gestrigen Abend:

TRUMPF Seniorchef und Gesellschafter Berthold Leibinger verstorben


Der frühere Vorsitzende der Geschäftsführung und ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende der TRUMPF GmbH + Co. KG wirkte sein Leben lang als Unternehmer und als Mäzen.

Ditzingen, 16. Oktober 2018 Professor Berthold Leibinger ist heute, am 16. Oktober 2018, nach längerer Krankheit in seiner Heimatstadt Stuttgart verstorben. Er wäre am 26. November 88 Jahre alt geworden.
Berthold Leibinger trat nach einem Maschinenbaustudium in Stuttgart und einem zweijährigen Aufenthalt in den USA 1961 in die damals noch kleine Maschinenfabrik TRUMPF ein. Für seine zahlreichen Erfindungen, die er im Sinne des Unternehmens tätigte, erhielt er Firmenanteile. Vor diesem Hintergrund wurde er 1966 zeitgleich zu seiner Funktion als Geschäftsführer auch Gesellschafter.
Unter seiner Führung entwickelte sich TRUMPF zu einem der weltweit führenden Werkzeugmaschinenhersteller. Wie niemand anders erkannte Leibinger das Potenzial des Werkzeugs Licht. Er gilt als einer der Wegbereiter des Lasers in der industriellen Anwendung.
2005 übergab der Vater von drei Kindern die Führung des Familienunternehmens an seine ältere Tochter, Dr. Nicola Leibinger-Kammüller. Sein Sohn, Dr. Peter Leibinger, ist stellvertretender Vorsitzender der Gruppengeschäftsführung. Seine Tochter, Prof. Regine Leibinger, arbeitet als Architektin in Berlin.
Neben seiner Tätigkeit für TRUMPF nahm Berthold Leibinger zahlreiche Ämter in der deutschen Wirtschaft wahr. So gehörte er unter anderem den Aufsichtsräten der Deutschen Bank AG, der BMW AG sowie der BASF SE an, deren Vorsitz er innehatte. Er war Präsident der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und von 1990 bis 1992 Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA). Außerdem engagierte er sich auf kulturellem und sozialem Gebiet unter anderem als Vorsitzender des Freundeskreises des Deutschen Literaturarchivs Marbach e.V. und als Vorstandsvorsitzender der Internationalen Bachakademie. Er war Mitglied der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU).
Die von Berthold Leibinger 1992 eingerichtete gemeinnützige Berthold Leibinger Stiftung widmet ihre Erträge kulturellen, wissenschaftlichen, kirchlichen und mildtätigen Zwecken. Seit dem Jahr 2000 schreibt sie den international angesehenen Berthold Leibinger Innovationspreis aus und vergibt überdies den jährlichen Comicbuchpreis.
Berthold Leibinger war ein leidenschaftlicher Ingenieur und Unternehmer. Sein Wirken war immer auf das Wohl der Menschen ausgerichtet. Er war ein großes Vorbild für uns alle, sagte Dr. Jürgen Hambrecht, Aufsichtsratsvorsitzender der TRUMPF Gruppe.
Die Beisetzung findet im engsten Familienkreis statt.
Über den Termin der öffentlichen Trauerfeier werden wir Sie zeitnah informieren.

Über TRUMPF
Das Hochtechnologieunternehmen TRUMPF bietet Fertigungslösungen in den Bereichen Werkzeugmaschinen, Lasertechnik und Elektronik. Die digitale Vernetzung der fertigenden Industrie treiben wir durch Beratung, Plattform- und Softwareangebote voran. TRUMPF ist Technologie- und Marktführer bei Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und bei industriellen Lasern.
2017/18 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 13.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro. Mit mehr als 70 Tochtergesellschaften ist die Gruppe in fast allen europäischen Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien vertreten. Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und der Schweiz, in Polen, Tschechien, den USA, Mexiko, China und Japan.